Materialinformation
Menthol

 

Menthol (Menthanol-3), 1-Methyl-4-isopropyl-cyclohexanol-(3)

     
   
 

 

 

 

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Cyclododecan

Camphen

Menthol



Über
uns

Menthol gehört zu den Terpenen aus der Menthanreihe, es kommt in der Natur als Hauptbestandteil des Pfefferminzöls vor, kann aber auch synthetisch hergestellt werden und ist dann ein racemisches Produkt. Menthol bildet lange, lanzettförmige Kristalle.

 

Chemische Eigenschaften

Die sekundäre OH-Gruppe am C-3 macht das Molekül unter bestimmten Bedingungen säureempfindlich, da es unter Abspaltung von Wasser zur Ausbildung einer Doppelbindung kommen kann. Daher muß beim Einsatz darauf geachtet werden, daß keine sauren Bedingungen am, oder im Objekt herrschen.

Physikalische Eigenschaften  
Schmelzpunkt 30,5-32°C
Siedepunkt von 216°C
Flammpunkt ca. 80°C
Zündtemperatur ?
Dampfdruck (20°C) ?
Dichte bei g/ccm ?
Viskosität ?

 

Löslichkeit

Menthol ist nahezu unlöslich in reinem Wasser. Bereits in einer 50%igen Mischung aus Ethanol und Wasser löst sich Mentol leicht . Gegenüber den sonst üblichen Lösungsmitteln bietet Menthol keinen Schutz.

Unpolare Lösungsmittel sehr gut löslich (gesättigte Kohlenwasserstoffe, aromatische Kohlenwasserstoffe, halogenierte Kohlenwasserstoffe)

Polare Lösungsmittel außer in Wasser in allen üblichen Lösungsmitteln löslich. unlöslich Wasser 0,4mg/l

Die Unlöslichkeit in Wasser ist für die Anwendung im restauratorischen Bereich von größter Bedeutung. Erst durch diese Eigenschaft sind vorübergehende Versiegelungen oder Hydrophobierungen als Schutz gegen Wasser möglich. Dieser Schutz wird jedoch nicht allein durch die Unlöslichkeit von Menthol in Wasser erreicht. Die Filmbildung und die Eigenschaften des Films sind für die Herstellung eines schützenden Überzugs von größter Bedeutung.

 

Filmbildung und Eigenschaften des Films

Die Filmbildung von Menthol kann am besten mit Wachs oder Stearin verglichen werden. Grundsätzlich bildet Menthol beim Erstarren aus der Schmelze einen wunderbar transparenten, absolut homogenen Film mit einer leicht klebrigen Oberfläche. Da sich die Verdunstung ähnlich langsam wie bei Cyclododekan abspielt, lassen sich auch sehr dünne Filme auftragen, ohne dass diese schon nach wenigen Minuten wieder verschwunden sind.

Außerdem lässt sich Menthol sowohl in unpolaren als auch in polaren Lösungsmitteln lösen und bildet aus diesen Lösungsmitteln nach entsprechender Trocknungszeit wieder einen dichten Film. Die aus Menthol entstandenen Filme zeigen außerdem die besten Klebeeigenschaften.

Einer großflächigen Anwendung steht vor allem seine heftig irritierende Wirkung auf die Schleimhäute des Anwenders entgegen.

 

Filmbildung aus der Schmelze

Mechanische Eigenschaften

Sehr gute Druckfestigkeit, sehr gute Elastizität, sehr gute Abriebfestigkeit

Dichte des Films:

Sehr dichter Film, bietet sehr guten Schutz gegen ein Durchdringen mit Wasser

Reversibilität:

Lange Standzeit, durch den niedrigen Schmelzpunkt ergeben sich einfache Möglichkeiten zur Abnahme mit dem Föhn .

 

Verarbeitungsratschläge

Menthol läßt sich ausgezeichnet als Schmelze verarbeiten. Dazu wird Menthol im Wasserbad bei einer Temperatur von über 50°C geschmolzen. (Hier würden natürlich auch bereits 33°C ausreichen, es macht jedoch keinen Sinn, zu nahe am Schmelzpunkt arbeiten zu wollen. Ein rasches Erstarren am Pinsel oder zumindest ein sehr mühsames Arbeiten wären die Folge) Je höher die Wassertemperatur, um so besser das Fließverhalten und Eindringvermögen bei der Pinselverarbeitung.

 

Die Filmbildung aus der Lösung

Die Filmbildung aus der Lösung ergibt einen kaum weniger dichten Film als aus der Schmelze. Auch hier gilt die Faustregel für die Art der Kristallbildung:

Je langsamer der Übergang von der flüssigen in die feste Phase stattfindet, um so ausgeprägter bilden sich Kristallnadeln.

Ein rascher Übergang dagegen führt zu wesentlich homogeneren und dichteren Schichten. Daraus ergibt sich für die Auswahl der Lösungsmittel der Einsatz von leicht flüchtigen, niedrig siedenden Lösungsmitteln wenn möglichst dichte Filme erzielt werden sollen.

Mechanische Eigenschaften

Die mechanischen Eigenschaften zeigen kaum geringere Werte als bei der reinen Schmelze. Sehr gute Druckfestigkeit, sehr gute Elastizität, sehr gute Abriebfestigkeit.

Dichte des Films:

Dichter Film, bietet sehr guten Schutz gegen ein Durchdringen mit Wasser, allerdings keinen ausreichenden Schutz gegen ein Durchdringen mit Äthanol, Isopropanol oder Aceton!

Reversibilität

Lange Standzeit, durch den niedrigen Schmelzpunkt ergeben sich einfache Möglichkeiten zur Abnahme mit dem Föhn.

 

Verarbeitungsratschläge

Für Verfestigungen oder Hydrophobierungen von porösen und saugenden Untergründen werden durch die Anwendung von Lösungen sehr gute Ergebnisse erzielt. Hier muss jedoch gleichzeitig beachtet werden, dass mit sinkendem Siedepunkt des Lösungsmittels auch die Eindringtiefe abnimmt. Bewährt hat sich eine Lösung von Menthol in Petroleumäther