Materialinformation
Camphen

 

Camphen technisch rein
(mit BHT Butylhydroxytoluol stabilisiert)

     
   
 

 

 

 

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Cyclododecan

Camphen

Menthol



Über
uns

Camphen (2,2-Dimethyl-3-methylen-norbornan) 81,3%

Tricyclen (1,7,7-Trimethyl-2,6-cyclo-norbornan) 13,8%

Camphen gehört zur Verbindungsklasse der Terpene und kommt in der Natur in ätherischen Ölen aus verschiedenen Kiefernarten als optisch aktive Verbindung vor. Sie wird jedoch auch großtechnisch als Zwischenprodukt für die Synthese zahlreicher Verbindungen hergestellt und fällt dann als Racemat an.

Tricyclen hat sehr ähnliche Eigenschaften wie Camphen, besitzt allerdings keine exocyclische Doppelbindung und ist daher stabiler . Es kommt in der Natur in Nadelholzölen vor.

 

Chemische Eigenschaften

Das Camphenmolekül besitzt eine exocyclische Doppelbindung, die eine bemerkenswerte Empfindlichkeit gegen Oxidation besitzt. Die Oxidatinsprodukte sind nicht mehr flüchtig und stellen sich als gelblich braune, klebrige Substanzen dar. Gerade bei diesem, nach seinen oben beschriebenen physikalischen Daten ideal anwendbaren Stoff, ist die Qualität des eingesetzten Produktes bereits bei der Herstellung besonders wichtig. Es dürfen deshalb nur Produkte zur Anwendung kommen, die mit einem Antioxidans (mit BHT Butylhydroxytoluol) stabilisiert sind. Um ein qualitativ gutes Produkt zu bekommen, muss das Antioxidans bereits während des Herstellungsprozesses zugesetzt werden.

Physikalische Eigenschaften  
Schmelzpunkt 43-46°C
Siedepunkt 156-160°C
Flammpunkt bei 26°C
Zündtemperatur 265°C
Dampfdruck (20°C) ca. 3,3mbar
Dampfdruck (50°C) ca. 21,5mbar
Dichte bei 20°C 0,870g/ccm
Viskosität bei 50°C 1,6 mPa s


Löslichkeit

Ein Lösungsmittel, das schneller verdunstet als die Mischung, und nach kurzer Trocknungszeit einen festen Camphenbelag zurückläßt, ist mir bisher nicht bekannt. Selbst mit Gasen, wie Propan oder Butan, die für Cyclododekan ein ausgezeichnetes Lösungsmittel darstellen, bildet Camphen offensichtlich aceothrope Gemische als Flüssigkeiten, die bei Raumtemperatur, ohne zu erstarren, verdunsten. Aus diesm Grund sollte Camphen ausschließlich als Schmelze verarbeitet werden.

Camphen löst sich leicht in wasserfreien polaren Lösungsmittel, bildet also dagegen keinen Schutz.

Unpolare Lösungsmittel sehr gut löslich

(gesättigte Kohlenwasserstoffe, aromatische Kohlenwasserstoffe, halogenierte Kohlenwasserstoffe)

Polare Lösungsmittel außer in Wasser in allen üblichen Lösungsmitteln löslich. unlöslich Wasser 0,2mg/l

Die Unlöslichkeit in Wasser ist für die Anwendung im restauratorischen Bereich von größter Bedeutung. Erst durch diese Eigenschaft sind vorübergehende Versiegelungen oder Hydrophobierungen als Schutz gegen Wasser möglich. Dieser Schutz wird jedoch nicht allein durch die Unlöslichkeit von Camphen in Wasser erreicht. Die Filmbildung und die Eigenschaften des Films sind für die Herstellung eines schützenden Überzugs von größter Bedeutung.

 

Filmbildung und Eigenschaften des Films

Die Filmbildung von Camphen kann wohl am besten mit Wachs verglichen werden. Im Gegensatz zu Cyclododecan bildet Camphen beim Erstarren aus der Schmelze einen absolut homogenen Film.

 

Filmbildung aus der Schmelze

Camphen kann meiner Erfahrung nach lediglich aus der Schmelze heraus verarbeitet werden.

 

Mechanische Eigenschaften

geringe Druckfestigkeit, sehr gute Elastizität, geringe Abriebfestigkeit.

Dichte des Films

Dichter Film, bietet sehr guten Schutz gegen ein Durchdringen mit Wasser, keinerlei Schutz gegen Lösungsmittel!

Reversibilität

Sehr kurze Standzeit, die Verdunstung erfolgt sehr rasch, so dass keine zusätzlichen Maßnahmen erforderlich sind. Sofern gewünscht kann dies jedoch mit Föhn oder Wärmelampe noch beschleunigt werden.

 

Warnung

Obwohl sich Camphen in nahezu allen üblichen Lösungsmitteln lösen lässt, ist kommt es aus der Lösung heraus zu keiner Filmbildung. Eine Verarbeitung der Lösung ist damit völlig sinnlos!

 

Verarbeitungsratschläge

Camphen lässt sich ausgezeichnet als Schmelze verarbeiten. Dazu wird Camphen im Wasserbad bei einer Temperatur von über 60°C geschmolzen. (Hier würden natürlich auch bereits 47°C ausreichen, es macht jedoch keinen Sinn, zu nahe am Schmelzpunkt arbeiten zu wollen. Ein rasches Erstarren am Pinsel oder zumindest ein sehr mühsames Arbeiten wären die Folge) Je höher die Wassertemperatur, um so besser das Fließverhalten und Eindringvermögen bei der Pinselverarbeitung.


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